Berlin-Niederschöneweide – Gedenkstätte Zwangsarbeiterlager


In Berlin mussten fast 400.000 Menschen unter oft unmenschlichen Bedingungen für private und staatliche Unternehmen, teils sogar für Kirchgemeinden, Zwangsarbeit leisten. Auch bei der Behandlung der Zwangsarbeiter galten rassistische Kategorien: Während die Lebensbedingungen für Belgier, Franzosen und Niederländer nicht ganz so schlecht waren, wurden Polen, Russen, Weißrussen und Ukrainer und ab 1943 auch Italiener besonders übel behandelt. Tausende von ihnen starben bzw. wurden ermordet.

Christoph Kreutzmüller

Von den fast tausend Barackenlagern in Deutschlabd ist nur eins erhalten. Dieses Lager, das 1943 in der Britzer Straße für 2.000 Zwangsarbeiter verschiedener Nationalitäten, u. a. für Polen, errichtet worden war, ist 1995 unter Denkmalschutz gestellt worden. Auf Initiative der Berliner Geschichtswerkstatt wurde dort 2001 eine Gedenktafel errichtet. Im August 2006 wurde auf dem Gelände ein Dokumentations- und Forschungszentrum zur Zwangsarbeit errichtet. Das ehemalige Lager ist damit die erste Gedenkstätte in Deutschland, die ausschließlich an Zwangsarbeiter erinnert. Die Trägerschaft hat die Stiftung Topographie des Terrors übernommen.

Hinweise: Ein weiteres Denkmal für ein Zwangsarbeiterlager sowie ein KZ-Außenlager befindet sich in der Sonnenallee 181-189 in Berlin-Neukölln. Hier erinnert eine Lichtinstallation, die bei Dunkelheit bei Annäherung einen Informationstext auf den Gehweg wirft, an die Gefangenen. Auf dem katholischen St. Hedwigs-Friedhof in Hohenschönhausen wurden 1.647 sowjetische Zwangsarbeiter beerdigt, die in Berlin ums Leben kamen oder ermordet wurden. Für sie wurde in der Nachkriegszeit ein Gedenkstein gesetzt, der allerdings verschweigt, dass es sich bei den Toten um Zwangsarbeiter gehandelt hat.

Christoph Kreutzmüller


Berlin-Niederschöneweide – Gedenkstätte Zwangsarbeiterlager


Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide Britzer Straße 5 12439 Berlin


Tel. +49 (0)30 6390 288 0


Fax: +49 (0)30 6390 288 29


http://www.dz-ns-zwangsarbeit.de/


E-Mail: schoeneweide@topographie.de


Öffnungszeiten: Di. – So.: 10.00 – 18.00


Eintritt frei


Anfahrt: S-Bahnhof Schöneweide (ca. 10 Minuten zu Fuß)

Bus: 160, 167 (Haltestelle Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit)

Entwurf und Realisierung: