Berlin – Gedenkstätte "Stille Helden" in Berlin


Diese Gedenkstätte erinnert an jene mutigen Menschen, die während der nationalsozialistischen Diktatur verfolgten Juden beistanden. Oft werden sie als "stille Helden" bezeichnet. Das Beispiel der Helferinnen und Helfer zeigt, dass es im nationalsozialistischen Deutschland möglich war, Verfolgte zu schützen. Auch in den deutsch besetzten Gebieten fanden einzelne Deutsche trotz des großen Risikos den Mut, ihre Handlungsspielräume zu nutzen, um Menschenleben zu retten.

Eine Dauerausstellung informiert über die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland seit 1933 und ihre immer auswegslosere Situation angesichts der drohenden Deportationen "in den Osten". Sie zeigt, wie Einzelne den Entschluss fassten, sich durch Flucht in den Untergrund zu retten, und gibt Auskunft über das Handeln und die Motive der Frauen und Männer, die ihnen halfen. Berücksichtigt werden nicht nur geglückte Rettungen, sondern auch gescheiterte Versuche und ihre meist schrecklichen Folgen.

Der Schwerpunkt der momentanen Präsentation liegt auf Rettungsgeschichten in den Grenzen des Deutschen Reiches von 1937. Sie werden sowohl aus der Sicht der Helfenden als auch der Verfolgten erzählt. Etwa 10.000 bis 12.000 deutsche Juden versuchten, ihr Leben durch die Flucht in den Untergrund zu retten, nachdem im Herbst 1941 die Massendeportationen in die Ghettos und Vernichtungsstätten begonnen hatten. Schätzungen gehen heute davon aus, dass mehrere zehntausend Menschen diesen jüdischen Verfolgten in Deutschland halfen. Etwa 5.000 „Untergetauchte“ überlebten hier, davon mehr als 1.700 in Berlin.

Dieser Widerstand gegen die Judenverfolgung wird in der ersten Etage der Gedenkstätte anschaulich gemacht. Zahlreiche Rettungsgeschichten können an einem Medientisch aufgerufen werden. Sie sind 18 Themen zugeordnet.

Die neun Vitrinen in der zweiten Etage erzählen Biografien von Verfolgten und Helfern auf unterschiedliche Weise. Ein kurzer Film stellt jedes einzelne Schicksal vor. Einen weiteren Zugang bieten Objekte, Dokumente und Fotos in den Schaukästen.

Ein Raum mit acht Arbeitsplätzen an Bildschirmen bietet Möglichkeiten zur weiteren Recherche. Dort werden Biografien, Fotos und Dokumente von mehreren hundert Helfern und Verfolgten vorgestellt. Diese Recherchestation wird laufend ergänzt.

Die Gedenkstätte "Stille Helden" sammelt weiterhin Berichte, Fotos und Dokumente und hält mündliche Erinnerungen an diese Geschehnisse in Bild und Ton fest.

In den vergangenen Jahren wuchs das öffentliche Interesse an den Lebensgeschichten von Menschen, die während der nationalsozialistischen Diktatur verfolgten Juden halfen. Angeregt von der Vereinigung "Gegen Vergessen – Für Demokratie" gab es zwischen 1997 und 2002 unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Benz am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin das Forschungsprojekt "Rettung von Juden im nationalsozialistischen Deutschland 1933-1945". Auch Filme wie "Schindlers Liste" und zahlreiche Publikationen verstärkten das Interesse am Thema.

Nach vielfältigen Bemühungen, auch durch den damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau und die Zeitzeugin und Publizistin Inge Deutschkron, konnte 2004 ein alter Gebäudekomplex in der Rosenthaler Straße 39 erworben werden. Dort wurde zunächst das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt ausgebaut, dann die zentrale Gedenkstätte "Stille Helden" errichtet. Mit der inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitung wurde die Gedenkstätte Deutscher Widerstand beauftragt. Basierend auf den Forschungsergebnissen des Zentrums für Antisemitismusforschung entstand die Dauerausstellung der Gedenkstätte "Stille Helden", die am 27. Oktober 2008 eröffnete.

Seit 2009 werden Führungen für Gruppen angeboten. Auf Wunsch ist auch eine Führung in polnischer Sprache möglich.

Beate Kosmala

siehe: Geschichte


info@stiftung-bg.de


Tel.: +49-30-27 59 68 65


Fax: +49-30-23 45 79 39


http://www.gedenkstaette-stille-helden.de


e-mail: info@gedenkstaette-stille-helden.de


Öffnungszeiten: Täglich von 10 bis 20 Uhr. Geschlossen am 24. Dezember


Eintritt frei


Verkehrsverbindung: S-Bahnhof Hackescher Markt und U-Bahnhof Weinmeisterstraße

Kontakt: Dr. Beate Kosmala

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Stauffenbergstraße 13/14

10785 Berlin

E-Mail: kosmala@gdw-berlin.de 

Barbara Schieb Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Stauffenbergstraße 13/14


10785 Berlin


Tel.: ++49-30-26995020/21


E-Mail:  schieb@gdw-berlin.de

Entwurf und Realisierung: