Dachau – KZ-Gedenkstätte


Das KZ in Dachau wurde auf Anweisung Heinrich Himmlers schon im März 1933 errichtet, um die politischen Gegner des NS-Regimes in Deutschland auszuschalten. Nachdem seinem Kommandanten Theodor Eicke als Inspekteur der Konzentrationslager die Aufsicht über alle Lager übertragen worden war, wurde Dachau schnell zum Vorbild für alle KZ. Auch einige spätere Kommandanten anderer KZ begannen hier ihre „Karriere“. Der bekannteste von ihnen war Rudolf Höß, der Kommandant von Auschwitz.

Nach Kriegsbeginn wurden Männer aus allen besetzten Ländern in dieses KZ verschleppt. Mit mehr als 40.400 Häftlingen waren die Polen von 1939 bis 1945 die größte nationale Gruppe im Stammlager. Insgesamt wurden in Dachau und seinen 160 Außenlagern, wie z.B. Mühldorf und Überlingen, mehr als 206.000 Menschen gefangen gehalten. Ärzte missbrauchten im KZ Dachau eine große Zahl von Häftlingen für medizinische Experimente. Insgesamt wurden 31.591 Tote registriert. Die tatsächliche Zahl der Toten ist aber noch höher, da viele - wie die tausenden sowjetischen Kriegsgefangenen, die hier erschossen wurden - von der SS-Lagerverwaltung nicht registriert wurden. Nach dem Krieg internierten die US-Amerikaner ca. 10.000 NS-Täter im ehemaligen Lager. Im September 1945 begannen sie im Rahmen der Dachauer Prozesse mit der juristischen Aufarbeitung der Verbrechen in Dachau und anderen Lagern. Mit dem Ende der Entnazifizierung wurde das Internierungslager geräumt und diente ab 1948 als Flüchtlingslager. 

Hinweis: Die Inspektion der Konzentrationslager befand sich in Oranienburg bei Berlin, unmittelbar beim KZ Sachsenhausen.

Christoph Kreutzmüller 

1965 wurde die KZ-Gedenkstätte Dachau errichtet. Gleichzeitig trug man die Mehrzahl der Baracken ab, weil sie für baufällig erachtet wurden. (Die beiden heute sichtbaren Baracken sind Rekonstruktionen.) Alle anderen Lagergebäude sind jedoch erhalten. Vor Kurzem wurde die Ausstellung neu gestaltet. Auch wurden einige Lagergebäude, z.B. der so genannte Bunker (das ehemalige Sondergefängnis), erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Ausstellung informiert über die Geschichte des Lagers sowie das Schicksal der verschiedenen Häftlingsgruppen und einzelner Insassen. Im Archiv befindet sich – neben zahlreichen Augenzeugenberichten – ein Häftlingsregister, das Daten von fast 90 Prozent der Gefangenen enthält. Für die Benutzung des Archivs und der angeschlossenen Bibliothek ist eine Anmeldung erforderlich. Führungen werden in verschiedenen Sprachen angeboten auch in Polnisch. Auch finden Tagesseminare statt zur Geschichte des Konzentrationslagers, zur Zwangsarbeit und Propaganda. Darüber hinaus gibt es Studientage, die das Lernen am historischen Ort ermöglichen und die Bedeutung dieses Ortes für unser heutiges Zusammenleben vermitteln sollen.

Christoph Kreutzmüller 


Dachau – KZ-Gedenkstätte


KZ-Gedenkstätte Dachau Alte Römerstraße 75 85221 Dachau


Tel.: +49 8131 669970


http://www.kz-gedenkstaette-dachau.de


E-Mail: bildung@kz-gedenkstaette-dachau.de


Geöffnet: jeden Tag: 09.00 – 17.00


Eintritt frei; Führungen: 70,-€


Geführte Rundgänge für Einzelbesucher: Täglich sowie an Feiertagen: 12.00 Uhr auf Deutsch 11.00 bzw. 13.00 Uhr auf Englisch

Dauer: 2,5 Stunden

Tickets: 3,00 Euro

Seminare bietet auch an:

Jugendgästehaus Dachau

Roßwachtstraße 15

85221 Dachau

Tel. 08131-61770

Entwurf und Realisierung: