Chełm – Kriegsgefangenlager Stalag 319 und der Wald Borek


Im Kriegsgefangenenlager Stalag 319 in Chełm (manchmal werden zwei Lager erwähnt, 319 A und 319 B) saßen insgesamt 200.000 Menschen ein. Das Lager bestand von Juli 1941 bis April 1944. Die größte Gruppe von Häftlingen waren sowjetische Kriegsgefangene. Durch sehr schlechte Lebensbedingungen wie mangelnde Ernährung, Kälte, Krankheiten und fehlende Hygiene starb ein großer Teil der Inhaftierten. Ende 1942 und Anfang 1943 befanden sich zeitweise auch englische, französische und belgische Kriegsgefangene im Lager. Ab September 1943 hielten die Deutschen auch italienische Soldaten gefangen, die sich gemäß den Empfehlungen ihrer Führung geweigert hatten, weiter an der Seite der Deutschen zu kämpfen. Im Wald Borek, nicht weit vom ehemaligen Lagerfriedhof an der ul. Okszowska, wurden 1944 sowjetische und italienische Kriegsgefangene hingerichtet. Insgesamt starben hier etwa 90.000 Menschen. Auch einheimische Polen und Juden wurden in Borek erschossen. Es gibt Berichte, nach denen ein Teil der italienischen Kriegsgefangenen im Lagerkrankenhaus durch Giftinjektionen getötet wurde. Vor dem Einmarsch der Roten Armee haben die Deutschen die Leichen der Ermordeten exhumiert, um sie zu verbrennen und die Spuren ihrer Verbrechen zu beseitigen.

Maciej Górny

Auf dem Gelände des ehemaligen Lagers wurde 1963 ein Friedhof mit 48 Massengräbern und einem Denkmal errichtet. Zwei Jahre später entstand auch im Wald Borek, wo die Leichen der Erschossenen verbrannt worden waren, ein Friedhof mit 278 Massengräbern. Ein Denkmal mit einer Inschrift erinnert an die Ermordeten. 1989 kam eine Tafel zur Erinnerung an die italienischen Kriegsgefangenen hinzu.

Maciej Górny


Chełm – Kriegsgefangenlager Stalag 319 und der Wald Borek


ul. Okszowska, Chełm



Anfahrt:

Chełm ist heute eine Kreisstadt. Die Fernstraße Nummer 82 führt durch die Stadt.

Bahn: Fahrpläne auf rozklad-pkp.pl/?q=de/node/144


Stadtplan unter http://www.planmiasta.net/chelm/

Entwurf und Realisierung: