Buchenwald – Gedenkstätte


Im Juli 1937 trafen auf dem Ettersberg bei Weimar Gefangene aus dem KZ Sachsenhausen ein, um hier ein neues KZ aufzubauen, das bereits der Vorbereitung des erwarteten Krieges diente. Innerhalb kurzer Zeit wurde das KZ Buchenwald zu einem der größten in Deutschland. Die Gefangenen wurden gequält, chronisch unterversorgt und teils auch für medizinische Experimente missbraucht. Im Hauptlager und in rund 130 Außenlagern wurden die Häftlinge zur Zwangsarbeit angetrieben. Ab Winter 1944/45 trafen viele Transporte mit Gefangenen aus den aufgelösten KZ und Arbeitslagern im Osten ein. Viele Insassen der Transporte waren bereits tot, als sie in Weimar ankamen, viele andere todkrank. Von den insgesamt 250.000 Gefangenen wurden schätzungsweise 56.000 getötet. Als die US-Armee im April 1945 immer näher vorrückte und ein Teil der SS floh, gelang es den Häftlingen, sich zu befreien.

Nach dem Krieg wurde Buchenwald ein Speziallager der sowjetischen Geheimpolizei. 

Christoph Kreutzmüller

In den frühen fünfziger Jahren wurde mit dem Aufbau der Gedenkstätte begonnen. Die Arbeiten, die mit dem fast vollständigen Abriss der originalen Gebäude einhergingen, fanden 1958 mit der Einweihung des stilbildenden Denkmals von Fritz Cremer auf dem Gelände von drei Massengräbern ihren Abschluss. 1995 wurde eine neue Ausstellung in der ehemaligen Effektenkammer eröffnet, die Struktur und Alltag des Terrors sowie Tod und Überleben der Häftlinge thematisiert. Gleichzeitig wurden die baulichen Reste des Lagers gesichert und in die Gedenkstätte einbezogen. Zudem wird die Geschichte des Lagers nach 1945 reflektiert und hinterfragt, wie und warum bestimmte Aspekte der Geschichte des Lagers betont, während andere bewusst vernachlässigt wurden.

In der Gedenkstätte werden Führungen durch die Ausstellungen angeboten sowie Lagerbegehungen und Studientage. Inhalte und Dauer von Führungen und Studientagen können im Voraus abgestimmt werden. Es besteht ferner die Möglichkeit, sich in mehrtägigen Seminaren bestimmten Aspekten der Lagergeschichte intensiv zu widmen. Seminarräume und Unterkunft bietet die Jugendbegegnungsstätte.

Christoph Kreutzmüller


Buchenwald – Gedenkstätte


Gedenkstätte Buchenwald 99427 Weimar-Buchenwald


Tel.: +49 3643 4300


http://www.buchenwald.de


info@buchenwald.de


Geöffnet: April – Oktober: Dienstag bis Sonntag und Feiertag 10.00 – 18.00 Uhr (letzter Einlass 17.30 Uhr) November – März: Dienstag bis Sonntag und Feiertag 10.00 – 16.00 Uhr (letzter Einlass 15.30 Uhr)


Führungen: 26,- € (regulär), 13,- € (ermäßigt)


Entwurf und Realisierung: