Kassel – Gedenktafel für Deserteure


Tausende von Soldaten der Wehrmacht versuchten, sich dem Kriegsdienst zu entziehen. Sie verweigerten Befehle, verstümmelten sich, wurden fahnenflüchtig oder liefen zum Feind über. Rund 50.000 von ihnen wurden dafür von der NS-Militärjustiz (siehe Fort Zinna, Torgau und Deserteur-Denkmal Bremen) zum Tode verurteilt. Andere wurden in Gefängnisse und KZ verschleppt oder in Strafeinheiten in den sicher geglaubten Tod geschickt. Die Rehabilitierung dieser Männer wurde erst 2001 durch einen Beschluss des Deutschen Bundestags eingeleitet.


Christoph Kreutzmüller

1985 beschloss die Stadtverordnetenversammlung von Kassel, am Denkmal für die gefallenen Soldaten beider Weltkriege in der Fuldaaue eine Tafel anbringen zu lassen, die auch an das Schicksal der Deserteure erinnert. Diese Gedenktafel wurde 1987 als zweites Denkmal dieser Art in der Bundesrepublik (siehe Deserteur-Denkmal Bremen) eingeweiht. Erinnert wird an alle Männer, die sich „dem Kriegsdienst für die nationalsozialistische Gewaltherrschaft verweigerten“.


Christoph Kreutzmüller


Kassel – Gedenktafel für Deserteure


Fuldaaue, Kassel


Entwurf und Realisierung: