Berlin – Deportationsmahnmal Grunewaldrampe – Gleis 17


Von den Sammellagern (Große Hamburger Straße u.a.) wurden die Juden aus Berlin mit Lastwagen oder zu Fuß zu den Zügen gebracht, mit denen sie in Ghettos und Vernichtungslager deportiert wurden. Viele der Züge fuhren vom Gleis 17 des Güterbahnhofs Grunewald ab. Zu Beginn der Deportationen, im Oktober 1941, wurden noch Personenwaggons benutzt, ab Januar 1942 nur noch Viehwaggons. Bis zum Januar 1945 wurden mehr als 57.000 Juden aus Berlin deportiert, 55.696 von ihnen wurden ermordet.


Christoph Kreutzmüller



Nachdem verschiedene seit den fünfziger Jahren angebrachte Gedenktafeln „verschwunden“ waren, wurde 1987 auf kirchliche Initiative ein Mahnmal auf dem Bahnhofsvorplatz eingeweiht, das aus Bahnschwellen besteht. 1991, zum 50. Jahrestag der ersten Deportation, wurde ein weiteres Mahnmal eingeweiht: Es stammt von dem polnischen Künstler Karol Broniatowski und zeigt schemenhafte Eindrücke von Menschen in einer langen Betonwand. Entlang dieser Mauer ist die historische Verladerampe zu erreichen, die 1997/98 zu einem öffentlichen Gedenkort umgestaltet wurde. Am Rande der überwucherten Bahngleise wurden für jeden der 186 Züge Abfahrtsdatum, Bestimmungsort und die Zahl der Deportierten auf Stahltafeln gegossen und in den Boden eingelassen.

Hinweis: Auch auf der Putlitzbrücke (am S-Bahnhof Westhafen), die über das Gelände des Güterbahnhofs Moabit führt, befindet sich seit 1987 ein Mahnmal. An den anderen Berliner Deportationsbahnhöfen, dem Anhalter und Lehrter Bahnhof (heute Hauptbahnhof), gibt es keine Mahnmale oder Hinweise.


Christoph Kreutzmüller




Berlin – Deportationsmahnmal Grunewaldrampe – Gleis 17


Grunewald, Berlin


Die Mahnmale befinden sich direkt am S-Bahnhof Grunewald, der vom Berliner und vom Potsdamer Hauptbahnhof direkt mit der S-Bahn zu erreichen ist.

Entwurf und Realisierung: