Berlin – Große Hamburger Straße – Mahnmal Deportationssammellager in Berlin


In der Großen Hamburger Straße 26 befand sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts das erste Altenheim der Jüdischen Gemeinde zu Berlin; dahinter liegt der erste neuzeitliche jüdische Friedhof, auf dem u. a. Moses Mendelssohn, der Philosoph der Aufklärung, begraben ist. 1942 wurde das Altenheim von der Gestapo zum Deportationssammellager bestimmt. Hier mussten sich die Juden vor der Deportation einfinden, oder sie wurden von der Gestapo dorthin eingeliefert, wenn sie versucht hatten, sich der Deportation zu entziehen. Im Sammellager wurde das Gepäck der Juden durchsucht, und Finanzbeamte erklärten ihnen, dass ihr Vermögen eingezogen wurde. Von hier wurden die Juden dann zu den Deportationsbahnhöfen (Grunewaldrampe) gebracht.

Christoph Kreutzmüller

Das Gebäude wurde im Krieg beschädigt und in der Nachkriegszeit abgetragen. 1982/83 entstand hier das erste Mahnmal der DDR, das der Deportation von Juden gewidmete war. Der damals errichtete Gedenkstein wurde 1985 durch eine Figurengruppe ergänzt, die in den fünfziger Jahren für das KZ Ravensbrück entworfen worden war. Über die Geschichte des Ortes informiert eine Gedenktafel, die sich aber hauptsächlich auf den jüdischen Friedhof bezieht. Das Mahnmal wie auch der neu errichtete Grabstein für Moses Mendelssohn weisen Spuren von Schändungen auf.

Hinweis: Ganz in der Nähe, an der Ecke Große Hamburger Straße und Oranienburger Straße, befindet sich ein Stolperstein u.a. für Uri Aron, der ein Jahr alt war, als er zunächst nach Theresienstadt und von dort nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Das erste Deportationssammellager Berlins befand sich in der ehemaligen Synagoge Levetzowstraße (U-Bahnhof Hansaplatz). Hier steht ein 1988 errichtetes Mahnmal in Form eines Güterwaggons.

Christoph Kreutzmüller


Berlin – Große Hamburger Straße – Mahnmal Deportationssammellager in Berlin


Große Hamburger Str. 26


Entwurf und Realisierung: