Isenschnibber Feldscheune – Mahn- und Gedenkstätte bei Gardelegen


Im Winter und Frühjahr 1945 irrten tausende KZ-Gefangene auf Todesmärschen oder in Deportationszügen durch jene Teile Deutschlands, die noch nicht von den alliierten Truppen erobert worden waren. Der Zusammenbruch des Schienenverkehrs führte zum Stopp von zwei Deportationszügen in der Nähe von Mieste. Viele der Insassen, die teils von Dora-Nordhausen und Neuengamme losgetrieben worden waren, waren zu diesem Zeitpunkt schon gestorben, andere konnten fliehen. Die Geflohenen wurden aber größtenteils von Suchkommandos, zu denen auch Angehörige der Hitler-Jugend zählten, ergriffen. Insgesamt wurden am 10. April rund 2.000 Menschen von Mieste auf einen Todesmarsch in Richtung Gardelegen getrieben. Da die Stadt unterdessen von der US-Armee eingekreist worden war, wurden die KZ-Häftlinge am 13. April 1945 in eine nahe Feldscheune geführt, die zum Gut "Isenschnibbe" gehörte, und dort von den Wachmannschaften ermordet. Die US-Armee, die kurze Zeit später vorrückte, fand die Leichen von 1.016 Menschen.

Christoph Kreutzmüller 

 

Die männlichen NSDAP-Mitglieder Gardelegens mussten auf Anordnung der Amerikaner die Leichen der Ermordeten beerdigen. Der Friedhof ist jetzt Kern einer Mahn- und Gedenkstätte, die 1952 geschaffen wurde. An den Resten der Feldscheune ist 1995 eine kleine Ausstellung eröffnet worden.

Hinweis: Auf der rund 35 km langen Strecke des Todesmarsches von Mieste nach Gardelegen wurden 1964 im Abstand von 500 Metern Gedenksteine aufgestellt.

Christoph Kreutzmüller 

 


Isenschnibber Feldscheune – Mahn- und Gedenkstätte bei Gardelegen


Stadtmuseum Gardelegen Rathausplatz 10 39638 Gardelegen


Tel.: +49 3907 65 19


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Entwurf und Realisierung: